Unser EM-Duo im Portrait

Ana Vranes uns Marlis Wenninger sind seit Jahren das erfolgreichste Frauengespann Österreichs und seit fast zehn Jahren aus den EHF-Bewerben nicht mehr wegzudenken. Ihre bisherigen Leistungen werden nun mit der Teilnahme an der Frauen Europameisterschaft in Frankreich gewürdigt, aber alles der Reihe nach.

Ana Vranes begann im Alter von 19 Jahren in Belgrad mit ihrer damaligen Partnerin, Dragana Davidovic, zu pfeifen. 2006 verlegte sie ihren Lebensmittelpunkt in die österreichische Hauptstadt, wo ihre Karriere richtig Fahrt aufnehmen sollte. 

 


Währenddessen machte Marlis Wenninger mit 16 Jahren, gemeinsam mit Denis Bolic und Raphael Löschnig den Schiedsrichterkurs im WHV. In der Saison 2005/06 wurde sie dann, gemeinsam mit ihrem damaligen Schiedsrichterpartner Raphael Löschnig, zur Bundesschiedsrichterin ernannt. Im Jahr 2006 sollten sich dann endlich die Wege von Ana und Marlis kreuzen, was den Beginn ihrer gemeinsamen und mittlerweile äußerst erfolgreichen Karriere einläutete.

Die wohl prägendste Person für die gemeinsame erfolgreiche Schiedsrichterkarriere war der damalige WHV-RSK Vorsitzende Herbert Kraft. Er stellte die Weichen für die gemeinsame Zukunft des Duos Vranes/Wenninger. Im Jahr 2008 wurden Sie für das EHF Young Referee Project nominiert. 

 

Neben dem schnell wachsenden Trubel in der Handballwelt gibt es aber auch abseits dieser Erfreuliches. Ana pausiert den Großteil der Saison 2009/2010 aufgrund ihrer Schwangerschaft und der Geburt ihres Sohnes. 

 

  • Im Juli 2012 waren sie, wie auch das russische Gespann Alpaidze/Berezkina, Teil des EHF Candidates Kurses in Cordoba. Gemeinsam mit den Russinnen waren sie 2013 für die U17 EM in Polen nominiert.
  • Im Frühjahr 2014 leiteten sie ein Spiel zwischen einem HLA-Verein gegen das österreichische Jugendnationalteam, ehe sie 2014/15 im regulären Spielbetrieb der höchsten Spielklasse zum Einsatz kamen.
  • Im März 2015 konnten sie einen großen Meilenstein erreichen, nämlich ihr erstes Spiel in der Frauen Champions League.
  • Vor Marlis Babypause in der Saison 2015/16 sollten sie noch das Aufstiegsspiel der Bundesliga Männer und im August bei der Juniorinnen U19 EM in Spanien unter anderem das Finale  zwischen Russland und Dänemark leiten. 
  • Nach der Geburt von Marlis Sohn konnten die beiden schnell wieder an alte Leistungen anknüpfen und den nächsten Erfolg verbuchen. Ein unvergessliches Erlebnis war das das Spiel um Platz drei im Champions League Final-4 zwischen Budocnost und CSM Bucuresti.

Ein Kreuzbandriss, den sich Ana 2017 zuzog, bedeutete für das Duo das Verpassen der in Slowenien stattfindenden U19 EM. Dadurch wurden sie zwar wieder zurückgeworfen, doch erneut ließen sich die beiden von einer Pause nicht aufhalten.

 

Nach Anas Genesung fanden sie, wie zu erwarten und von vielen erhofft, wieder schnell in die Spur und dürfen sich nun auf ein weiteres Karrierehighlight freuen. Wie schon am Anfang ihrer internationalen Karriere werden sie gemeinsam mit ihren russischen Wegbegleiterinnen zu einer Europameisterschaft geschickt. Diesmal handelt es sich nicht um eine Endrunde junger Zukunftshoffnungen, sondern um die erfahrenen Stars des internationalen Frauenhandballs. Nachdem sie erfolgreich den EHF EURO Referee Workshops im Herbst 2018 absolvierten, scharren Ana und Marlis bereits ungeduldig in den Startlöchern und warten voller Vorfreude auf die am Donnerstag, den 29. November, in Frankreich beginnende Europameisterschaft.

 

Wir wünschen Ana und Marlis, der Wiener Delegierten Traute Berthold, sowie allen Teilnehmern nur das Beste und viel Freude bei der anstehenden Euro.

 

handballreferee.at / Jakob Schreiner und Matthias Karel