Schiedsrichterbericht WHV Verbandstag 2019

 

Mit einem differenzierten Rückblick auf die Saison 2018/19 fällt die Bilanz durchwegs positiv aus. Mit dem unerfreulichen Teil der Gesamtbetrachtung möchte ich diesen Bericht beginnen um danach auf die überwiegende Anzahl der positiven Aspekte zu kommen.

 

Die Problematik der heurigen Saison war eindeutig der Mangel an der zur Verfügung stehenden Schiedsrichter, welcher dazu führte, dass  einige der Spiele nicht mehr mit Schiedsrichtern besetzt werden konnten.
Um dieses Problem verstehen zu können ist vorweg ein Überblick über den Schiedsrichterkader des WHV notwendig. In der abgelaufenen Spielzeit bestand der Kader aus insgesamt 50 Schiedsrichter, der sich in vier Kategorien unterteilen lässt. In der ersten befinden sich 8 Schiedsrichter, die international im Rahmen der EHF bzw. IHF im Einsatz und amtierende ÖHB-Schiedsrichter sind. In der zweiten Gruppe befinden sich 14 Bundesschiedsrichter sowie drei Bundesschiedsrichterkandidaten. Für sieben Landesnachwuchsschiedsrichter war dies ihre erste Saison, somit besteht der Landeskader aus lediglich 18 Personen. Mit dieser Einteilung im Hinterkopf lässt sich das Problem sehr schnell erkennen, weshalb zu dieser zwar drastischen, aber notwendigen Maßnahme gegriffen werden musste, dass bestimmte Spiele von einen Trainer oder sonstigen Vereinsangehörigen geleitet werden mussten. Durch die vielen Einsätze der Wiener Schiedsrichter in internationalen Bewerben oder dem ÖHB fehlt es an der Basis für die Jugendspiele der U10-14. Mit lediglich 18 Landesschiedsrichtern ist eine durchgehende Besetzung aller Spiele nicht möglich. Die Landesnachwuchskandidaten pfiffen zwar teilweise ohne einen Delegierten an ihrer Seite, jedoch ist dies in der ersten Saison normalerweise die Ausnahme, da eine nachhaltige und komplette Ausbildung der Unterstützung und des Feedbacks erfahrener Kollegen bedarf.
Grund zur Hoffnung auf eine zumindest kleine Entspannung dieser Situation bietet der im Juni veranstaltete Nachwuchskurs mit zehn Teilnehmern.

Der nächste Nachwuchsschiedsrichterkurs findet vom 5.-7. September 2019 statt für den weiterhin dringend Kandidaten, vor allem aktive sowie ehemalige SpielerInnen der ML-, FL-, M1- und F1-Mannschaften gesucht werden. Im Laufe des Jahres 2020 wird ein neues Ausbildungskonzept für aktive Schiedsrichter gestartet. Keine Nominierungen gibt es heuer zum Bundesschiedsrichterkurs.

 

Eindeutig positiv fällt der Rückblick auf die weiteren Themen aus.
Mit überwiegend guten Leistungen konnten sich die jungen Bundesschiedsrichter hervortun, was sich vor allem in den daraus resultierenden Besetzungen im Laufe der Saison bemerkbar machte. Wie auch Sauschlager/Schreiner wurden Karel/Trickovic in der spusu CHALLENGE eingesetzt, die wiederum ein Finalspiel der Regionalliga leiteten. Mittlerweile etabliert und akzeptiert sind Hug/Löschnig in der spusu LIGA, die das fünfte Wiener Gespann der höchsten Spielklasse der Herren bilden, wobei es mit Mohler und Stangl zwei weiter Schiedsrichter des WHV gibt, die jedoch mit einem Partner aus einem anderen Landeskader pfeifen. Die Finalserie der spusu LIGA wurde ausschließlich von Wiener Schiedsrichtern geleitet.
Das Austauschprojekt mit der Luxemburgischen Handball Federation wurde auch diese Saison fortgeführt. Sauschlager/Schreiner leiteten drei Spiele der ersten Männerliga im Großherzogtum, im Gegenzug kam ein luxemburgisches Gespann nach Wien. Mit der Nominierung und der bereits erfolgten Teilnahme am ersten Lehrgang des EHF-Young Referee Project konnte mit Hofmarcher/Ugarkovic ein weiteres junges Paar positiv auf sich aufmerksam machen.

 

Die Highlights unserer Internationalen können sich mehr als sehen lassen. So kamen unter anderem Vranes/Wenninger im Spiel um Platz drei der Damen-EM und Bolic/Hurich in einem Finalspiel des EHF Cups zum Einsatz. Brkic/Jusufhodzic wurden mit der Leitung des Spitzenspiels in der Champions League der Herren zwischen Paris St.Germain und Flensburg betraut und Hofer/Schmidhuber pfiffen eine Viertelfinalpartie des EHF Challenge Cups.

 

Heuer ist die Homepage www.handballreferee.at sehr oft besucht worden und konnte sich als Informationsstelle über die aktuellen Geschehnisse bezüglich des Wiener Schiedsrichterwesens sowie von Regelkunde und -erläuterungen etablieren. Die Berichterstattung und Teile der Betreuung der Homepage wurde von Jakob Schreiner und Matthias Karel übernommen.

 

Regelmäßig trafen sich einige Kollegen bei den Schiedsrichtertrainings, die zirka alle 14 Tage in der PAHO Halle stattfinden. Hierbei werden Teamgeist, Koordination und Kondition trainiert sowie Spielsituationen nachgestellt, um neben der theoretischen Regelkenntnis sogleich deren praktischen Einsatz zu üben.